16.12.2025 | Cornea

Tagesklinische Hornhautchirurgie am AKH Wien

Die Augenklinik am AKH Wien hat als tertiäres Zentrum immer noch einen relativ hohen Anteil an perforierenden Transplantationen (Akutoperationen) vorzuweisen, insgesamt nimmt die Fallzahl an lamellären Transplantationen, insbesondere der DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty), aber stetig zu. (1)

Tagesklinik-Team mit Kurzzeitbetten für DMEK-OPs.

In Zeiten zunehmend begrenzter stationärer Ressourcen hat sich das Hornhautteam rund um Prof. ­Schmidinger bereits vor mehreren Jahren dazu entschlossen, einen Großteil der Hornhaut-Chirurgie – insbesondere auch die DMEK-Operationen – in einem tagesklinischen Setting duchzuführen.

Voraussetzung für tagesklinische Hornhaut-OPs

Für eine operative Versorgung von Patient:innen in einem tagesklinischen ­Setting müssen bauliche, pflegerische und medizinische Faktoren beachtet werden. In fast allen Fällen kann die DMEK, auch kombiniert mit einer Katarakt-OP, in lokaler Anästhesie (Tropfanästhesie) durchgeführt werden. Die OP-Vorbereitung, die Operationsschritte und die früh-postoperative Versorgung sind standardisiert. Dies gewährleistet, wie bei der Katarakt-OP, eine hohe Routine und macht diese OP-Technik für hochfrequente, tagesklinische Interventionen zugängig.

Bezüglich der baulichen und pflegerischen Ressourcen ist bei der DMEK insbesondere die notwendige postoperative Lage (flache Rückenlage) zu beachten. Daher wurden in der Tagesklinik am AKH-Wien Betten etabliert, die eine postoperative Rückenlage für einige Stunden ermöglichen. Kurze Transportwege helfen, die Patient:innen rasch vom OP-Saal in die postoperative Überwachung zu transferieren.

Vorteile einer tagesklinischen OP

In unserem tagesklinischen Setting können Patient:innen selbstständig in den OP-Saal gehen. Dies hat kurze Umlagerungszeit zur Folge und führt neben einer wesentlich verbesserte OP-Auslastung auch zu einer effektiveren Arbeit von Mediziner:innen bzw. Pfleger:innen. Dies kann, eine ausreichende Versorgung mit Transplantaten vorausgesetzt, zu einer Reduktion der ­Gesamtwartezeit von Patient:innen führen. Patient:innen nehmen das Angebot der ­tagesklinischen Versorgung gerne an, ähnlich wie bei Katarakt-OPs wird in den wenigsten Fällen eine vollstationäre Versorgung bevorzugt.

Mögliche Herausforderungen

Frühpostoperative Druckanstiege sind bei Operationen mit Luftfüllungen in der Vorderkammer als größtes Risiko zu beachten. Eine postoperative Visite durch eine geschulte Person ist daher zwingend notwendig. Vor der Entlassung werden daher alle Patient:innen an der Spaltlampe untersucht. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass bis heute kein nächtlicher Druckanstieg (Pupillarblock) im tagesklinischen Setting aufgetreten ist. Patient:innen, die nicht in Wien wohnen und bei der Heimreise größere Höhenunterschiede überwinden müssten, kommen für die tagesklinische Versorgung nur dann Frage, wenn Sie in Wien übernachten können (z.B. Hotel). (2) Ein Nachteil ist, dass Patient:innen zusätzliche Wege einplanen müssen. Dies kann insbesondere bei älteren oder gehbehinderten Patienten schwierig sein. Zusätzliche Kosten für Transporte und Aufenthalte werden überwiegend privat finanziert.

Zusammenfassung

In Summe werden heute am AKH Wien ca. 80 % der hornhautchirurgischen Eingriffe in einem tagesklinischen Setting durchgeführt. Dies umfasst die DMEK-OPs aber auch andere Eingriffe wie CXL, intrakorneale Implantate, Pterygium Operationen sowie Akutversorgungen mit Amnionmembranen.



Hornhautambulanz AKH Wien, MedUni Wien

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Schmidinger, Priv.-Doz. Dr. Daniel Schartmüller, FEBOS-CR, Priv.-Doz. Dr. Jan Lammer, Dr.in Ruth Donner

Währinger Gürtel 18–20, 1090 Wien

Termine: post_akh_aug_terminvergabe@akhwien.at

Patient:innenenreise tagesklinische DMEK:
1. Zuweisung und Erstvorstellung Hornhaut-Ambulanz (Kontakt siehe Seite) (Volle ophthalmologische Untersuchung und OP-Indikationsstellung)
2. Voruntersuchungstermin (Biometrie, YAG-Iridotomie, Aufklärung und Rezepte)
3. OP-Termin (OP und ca. 2 Stunden Rückenlage, Visite vor Entlassung)
4. Nachkontrolle (ca. 2-3 Kontrollen) (Vorderabschnitts-OCT, ev. re-bubbling)
5. Weitere Betreuung bei Zuweiser

Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Schmidinger

Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
Medizinische Universität Wien

Foto: Feelimage/Matern

Literatur:
1. Aschauer J et al., Clin Ophthalmol. 2025 Feb 21;19:653-662.
2. Donner R et al., Cornea. 2024 Jul 23;44(6):716-719.

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Hornhautambulanz AKH Wien, MedUni Wien

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Schmidinger, Priv.-Doz. Dr. Daniel Schartmüller, FEBOS-CR, Priv.-Doz. Dr. Jan Lammer, Dr.in Ruth Donner

Währinger Gürtel 18–20, 1090 Wien

Termine: post_akh_aug_terminvergabe@akhwien.at