
Tagesklinik-Team mit Kurzzeitbetten für DMEK-OPs.
In Zeiten zunehmend begrenzter stationärer Ressourcen hat sich das Hornhautteam rund um Prof. Schmidinger bereits vor mehreren Jahren dazu entschlossen, einen Großteil der Hornhaut-Chirurgie – insbesondere auch die DMEK-Operationen – in einem tagesklinischen Setting duchzuführen.
Voraussetzung für tagesklinische Hornhaut-OPs
Für eine operative Versorgung von Patient:innen in einem tagesklinischen Setting müssen bauliche, pflegerische und medizinische Faktoren beachtet werden. In fast allen Fällen kann die DMEK, auch kombiniert mit einer Katarakt-OP, in lokaler Anästhesie (Tropfanästhesie) durchgeführt werden. Die OP-Vorbereitung, die Operationsschritte und die früh-postoperative Versorgung sind standardisiert. Dies gewährleistet, wie bei der Katarakt-OP, eine hohe Routine und macht diese OP-Technik für hochfrequente, tagesklinische Interventionen zugängig.
Bezüglich der baulichen und pflegerischen Ressourcen ist bei der DMEK insbesondere die notwendige postoperative Lage (flache Rückenlage) zu beachten. Daher wurden in der Tagesklinik am AKH-Wien Betten etabliert, die eine postoperative Rückenlage für einige Stunden ermöglichen. Kurze Transportwege helfen, die Patient:innen rasch vom OP-Saal in die postoperative Überwachung zu transferieren.
Vorteile einer tagesklinischen OP
In unserem tagesklinischen Setting können Patient:innen selbstständig in den OP-Saal gehen. Dies hat kurze Umlagerungszeit zur Folge und führt neben einer wesentlich verbesserte OP-Auslastung auch zu einer effektiveren Arbeit von Mediziner:innen bzw. Pfleger:innen. Dies kann, eine ausreichende Versorgung mit Transplantaten vorausgesetzt, zu einer Reduktion der Gesamtwartezeit von Patient:innen führen. Patient:innen nehmen das Angebot der tagesklinischen Versorgung gerne an, ähnlich wie bei Katarakt-OPs wird in den wenigsten Fällen eine vollstationäre Versorgung bevorzugt.
Mögliche Herausforderungen
Frühpostoperative Druckanstiege sind bei Operationen mit Luftfüllungen in der Vorderkammer als größtes Risiko zu beachten. Eine postoperative Visite durch eine geschulte Person ist daher zwingend notwendig. Vor der Entlassung werden daher alle Patient:innen an der Spaltlampe untersucht. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass bis heute kein nächtlicher Druckanstieg (Pupillarblock) im tagesklinischen Setting aufgetreten ist. Patient:innen, die nicht in Wien wohnen und bei der Heimreise größere Höhenunterschiede überwinden müssten, kommen für die tagesklinische Versorgung nur dann Frage, wenn Sie in Wien übernachten können (z.B. Hotel). (2) Ein Nachteil ist, dass Patient:innen zusätzliche Wege einplanen müssen. Dies kann insbesondere bei älteren oder gehbehinderten Patienten schwierig sein. Zusätzliche Kosten für Transporte und Aufenthalte werden überwiegend privat finanziert.
Zusammenfassung
In Summe werden heute am AKH Wien ca. 80 % der hornhautchirurgischen Eingriffe in einem tagesklinischen Setting durchgeführt. Dies umfasst die DMEK-OPs aber auch andere Eingriffe wie CXL, intrakorneale Implantate, Pterygium Operationen sowie Akutversorgungen mit Amnionmembranen.

