15.03.2024 | Glaukom

Glaukom operieren: wann und wie?

Rund 15 % der Erblindungsfälle in Westeuropa entstehen durch das Glaukom, womit die Erkrankung insgesamt die zweithäufigste ­Ursache für den Verlust der Sehfähigkeit ­darstellt.

Foto: by-studio_stock.adobe

Im Verlauf der Erkrankung gehen die Fasern des Sehnervs zugrunde, die die Seheindrücke von der Netzhaut zum Gehirn weiterleiten. Die Empfindlichkeit des Sehnervs ist dabei individuell unterschiedlich. „Der einzig ­momentan behandelbare Risikofaktor hierfür ist ein erhöhter Augeninnendruck“, erklärt Prof.in Dr.in Verena ­Prokosch vom Zentrum für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Köln.

Operative Behandlung des Glaukoms

Gelingt die medikamentöse Drucksenkung aus diversen Gründen nicht, muss der Augeninnendruck per Laser oder durch eine Operation gesenkt werden. Die Kölner Augenärztin Prof.in Dr.in ­Prokosch beobachtet jedoch noch immer, dass diese Eingriffe, aufgrund von Vorbehalten, meist erst in einem späten Erkrankungsstadium vorgenommen werden. Patient:innen hätten zunächst keine Beschwerden und würden daher invasive Eingriffe scheuen. Auch auf ärztlicher Seite müssen sich die Behandelnden erst einmal einen Überblick verschaffen, zu welchem Zeitpunkt operiert werden sollte und welche Technik am besten geeignet ist. Mittlerweile stehen mehr als ein Dutzend verschiedene Operationsmethoden zur Senkung des Augeninnendrucks zur Verfügung – darunter etliche minimalinvasive ­Verfahren, die den Abfluss des Kammerwassers durch die Implantation winziger Stents verbessern. Um den Überblick zu erleichtern, hat die Europäische Glaukomgesellschaft (EGS) nun ein Weißbuch zur chirurgischen Glaukomtherapie erstellt, mit Empfehlungen für die Wahl des individuell am geeignetsten Operationsverfahrens.

Mikrostentimplantation im Zuge der Katarkt-OP

„Fest steht jedoch, dass für Patientinnen und Patienten, die unter einem Grünen Star in mildem Stadium leiden, die Operation des Grauen Stars ein guter Zeitpunkt ist, um gleichzeitig einen minimalinvasiven Glaukom-Eingriff vorzunehmen“, erklärt Prof.in Dr.in ­Prokosch. „Von einem solchen Kombinationseingriff, bei dem nicht nur die trübe Linse ausgetauscht, sondern auch der Kammerwasserabfluss durch einen Mikro-Stent verbessert wird, profitieren die Betroffenen deutlich.“ Über die Möglichkeiten der chirurgischen Glaukombehandlung sollten Betroffene durch Ärzt:innen informiert werden. Hier ­besteht laut der Kölner Augenärztin derzeit noch ein großer Aufhol­bedarf.◗

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Quelle: DOG-Pressemitteilung – Therapie des Grünen Stars, Operieren – wann und wie?
URL: https://www.dog.org/wp-content/uploads/2023/09/PM-DOG-Gruener_Star_V_11.09.23.pdf

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