04.12.2025 | Glaukom, Veranstaltungen

LOG 2025: Glaukom im Fokus

Rund 400 Teilnehmende und 22 Aussteller zählten die Linzer Ophthalmologische Gespräche 2025. Sie brachten einmal mehr Wissenschaft und Praxis zusammen.


Die Linzer Ophthalmologischen Gespräche 2025 standen ganz im Zeichen des Glaukoms. Zwei Tage war der JKU MED Campus Ende November Treffpunkt für Augenärztinnen und Augenärzte, Assistenz- und Pflegepersonal. Mit einem kompakten Online-Webinar, einer praxisorientierten ZEISS Academy und hochkarätigen Hauptvorträgen spannte die Veranstaltung einen Bogen von der Erstdiagnose über moderne Therapieverfahren bis hin zu Zukunftsperspektiven in der Glaukomdiagnostik und -chirurgie.

Digitaler Auftakt: Glaukom-Update

Den Einstieg bildete der „Glaukom Refresher“, bewusst auf den Praxisalltag ausgerichtet. Im Fokus standen Fragen, die in der täglichen Versorgung immer wieder auftreten: Wie lässt sich ein Glaukom in der Ordination sicher früh erkennen? Welche Befunde sollten bereits in der Peripherie erhoben werden, bevor Patientinnen und Patienten in die Spezialambulanzen überwiesen werden? Wie kann man Betroffene über eine chronische Erkrankung aufklären, deren Bedrohung sie oft nicht spüren? Ausgehend von der Glaukom-Erstdiagnose wurden die Versorgungsstrukturen in Linz vorgestellt – von niedergelassenen Ordinationen über das Kepler Universitätsklinikum bis hin zu spezialisierten Zentren. Dabei wurde deutlich, wie wichtig klare Zuweisungspfade und verlässliche Kommunikation zwischen allen Versorgungsstufen sind. In weiteren Beiträgen standen Therapieentscheidungen im Mittelpunkt: Wann reichen drucksenkende Augentropfen, wann ist ein Laserverfahren sinnvoll und in welchen Situationen sollte frühzeitig über minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) nachgedacht werden? Ergänzt wurde das Programm durch Inputs zu SLT in der Ordination, der Verlaufskontrolle mittels OCT und den Herausforderungen bei Sekundärglaukomen.

Hands-on in der ZEISS Academy

Die ZEISS Academy bot parallel eigene Formate für Ärztinnen und Ärzte sowie für Assistenz- und Pflegepersonal an. Workshops und Vorträge ließen ausreichend Raum für Fragen, Fallbeispiele und praktische Tipps. Für Medizinerinnen und Mediziner standen zwei interaktive Workshops auf dem Programm, die jeweils zweimal angeboten wurden, sodass alle Teilnehmenden beide besuchen konnten. Im ersten Workshop wurde der Bogen zwischen Funktion und Anatomie des Sehnervs gespannt: Themen wie korrespondiere Gesichtsfeldausfälle mit strukturellen Veränderungen und subtile Veränderungen im Sehnervenkopf wurden besprochen. Der zweite Workshop widmete sich der Gesichtsfelduntersuchung – von der Auswahl geeigneter Teststrategien bis zur Interpretation auffälliger Muster und zur Unterscheidung zwischen Artefakt und echter Progression. Zwischen und nach den Sessions bestand die Möglichkeit, den therapeutischen Laser im Pausenbereich kennenzulernen und verschiedene klinische Szenarien durchzuspielen – ein Angebot, das intensiv genutzt wurde, da Theorie und Gerätetraining ideal verknüpft werden konnten.

Parallel dazu wurde für Pflege- und Assistenzpersonal ein eigenständiges Programm angeboten. Im Mittelpunkt stand das Verständnis von OCT-Bildern und Gesichtsfeldbefunden. Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, worauf es bei der Aufnahmequalität ankommt, wie typische Glaukommuster aussehen und wie das ärztliche Team durch gut dokumentierte Befunde entlastet werden kann. Der Einsatz moderner Geräte wie des ZEISS CIRRUS 6000 unterstrich, wie sehr Bildgebung und Teamkompetenz heute ineinandergreifen.

Von Differenzialdiagnose bis Zukunftsvision

Die Hauptvorträge spannten sich vor der Weiterentwicklung der Glaukomtherapie über  Rückblicke auf Jahrzehnte der Neuroprotektion bis zur Rolle der Augeninnendrucksenkung und der Differenzialdiagnose von Optikuserkrankungen. Hier zeigte sich, dass nicht „jedes verdächtige Gesichtsfeld“ automatisch einem Glaukom zuzuschreiben ist, denn entzündliche, vaskuläre oder kompressive Prozesse können ähnliche Befundmuster erzeugen – ein Gebiet, in dem die enge Zusammenarbeit mit Neurologie und Radiologie ebenso betont wurde wie die sorgfältige Interpretation von OCT- und Papillenbefunden. Abgerundet wurde der erste Block durch praxisorientierte Hinweise zum postoperativen Management nach Glaukomoperationen. In der anschließenden Keynote-Session rückten kindliche Glaukome und die lokale Glaukomforschung den Mittelpunkt. Den Abschluss bildete ein internationaler Blick auf neue Ansätze der Diagnostik, von KI-gestützten Auswertungen über struktur-funktionelle Integrationsmodelle bis hin zur Rolle von Telemedizin in Verlaufsbeobachtung und Compliance.

Von der Theorie in die Praxis

Die Linzer Ophthalmologischen Gespräche 2025 haben eindrucksvoll gezeigt, wie sich ein fokussiertes Jahresthema wie das Glaukom aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten lässt: von der niedergelassenen Praxis über die Klinik bis hin zur Forschung. Die Mischung aus Online-Webinar, interaktiver Academy und kompakten Hauptvorträgen wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen und bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für den eigenen Arbeitsalltag. Mit dem modernen Setting am JKU MED Campus, der engen Kooperation mit dem Kepler Universitätsklinikum und starken Partnern aus der Industrie setzen die Linzer Ophthalmologischen Gespräche ein klares Signal: Linz entwickelt sich weiter zu einem Knotenpunkt für ophthalmologische Fortbildung und Glaukomkompetenz mit hohem Anspruch auf Kontinuität in den kommenden Jahren.

Fotos Copyright: Moritz Reisinger

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