
Fotos: Sonnenblatt Designstudio
Ausmaß und Konsequenzen
Die Myopie stellt, insbesondere in Ost- und Südostasien, eine zunehmende globale Herausforderung dar. Untersuchungen prognostizieren, dass bis zum Jahr 2050 schätzungsweise 50 % der Weltbevölkerung von Myopie betroffen sein werden. (3) Die steigende Prävalenz wird auf vermehrte Naharbeit – speziell durch digitale Medien – sowie auf genetische und Umweltfaktoren zurückgeführt. (4-6) Besonders besorgniserregend ist die progressive Myopie, die mit schweren Augenerkrankungen wie Netzhautablösung oder myopischer Makuladegeneration verbunden sein kann. Außerdem können unkorrigierte Refraktionsfehler die schulischen Leistungen von Kindern negativ beeinflussen. Langfristig können sie auch die beruflichen Möglichkeiten einschränken und damit die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. (4)
Behandlungsmöglichkeiten der progressiven Myopie
Um die negativen Folgen des überdurchschnittlichen Augenwachstums zu verhindern, stehen verschiedene Maßnahmen zur Hemmung der progressiven Myopie zur Verfügung (2):
- Optische Korrekturen wie Brillen mit peripherem Defokus oder spezielle Kontaktlinsen, beziehungsweise Orthokeratologie zur temporären Korrektur der Fehlsichtigkeit über Nacht.
- Pharmakologische Therapie mit niedrig dosiertem Atropin.
- Prävention zur Hemmung der Myopieprogression, beispielsweise durch vermehrte Zeit im Freien und Reduktion der Naharbeit.
Prävention und Schule
Da Gesundheit und Bildung eng miteinander verknüpft sind, kommt der Schule eine zentrale Rolle in der Gesundheitsvorsorge zu. Sie sollte dabei als ganzheitlicher Entwicklungsraum für Kinder verstanden werden – ein Ort, an dem Lernen, Kreativität und Spontanität gleichermaßen gefördert werden. Damit dies gelingt, ist es wichtig, dass Lehrkräfte nicht nur über grundlegendes Wissen zu präventiven Gesundheitsmaßnahmen verfügen, sondern auch über die nötige Offenheit, Einfallsreichtum und Flexibilität, um diese in den Schulalltag zu integrieren. (7) Diese Strukturen bieten eine gute Grundlage, um auch Themen wie die Augengesundheit und Myopieprävention im Schulalltag zu verankern. Expert:innen verweisen unter diesen Umständen auf die richtige Beleuchtung des Klassenzimmers, einen ergonomischen Arbeitsplatz, ausreichende Pausen während der Naharbeit – vor allem durch vermehrte Outdoor-Aktivitäten – und eine Begrenzung der Bildschirmarbeitszeit, um die Naharbeit zu minimieren. (8-10) Des Weiteren stellen die Aufklärung der Schüler:innen sowie der Erziehungsberechtigten über die Wichtigkeit der Augengesundheit sowie regelmäßige Augenuntersuchungen eine wichtige Rolle in der schulischen Augengesundheitsprävention dar. (8)
