17.12.2025 | Forschung

Interview mit dem Vorstand

Ein Gespräch mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz über die Weiterentwicklung der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Kepler­klinikum Linz sowie über seine persönlichen Ziele für die Zukunft.


Sehr geehrter Herr Prim. Univ.-Prof. Dr. Bolz seit wann leiten Sie die Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie des Kepler Universitätsklinikums und was hat sich in Ihrer Zeit als Leitung an der Abteilung alles verändert?

Ich leite die Abteilung nun seit rund 8 Jahren. Damals war sie noch eine reguläre Abteilung eines städtischen Krankenhauses. Seither hat sich viel getan: Wir wurden zur Universitätsklinik, ein neues Universitätsgebäude wurde errichtet, und wir haben die Station, Ambulanz sowie die Tagesklinik umfassend um- und ausgebaut. Gleichzeitig haben wir ein Curriculum entwickelt, das mittlerweile rund 300 Studierende jährlich durchlaufen. Und auch trotz der herausfordernden Corona-Zeit ist es uns gelungen, unsere Leistungszahlen signifikant zu steigern. Das war nur durch das großartige Engagement des gesamten Teams möglich.

Was sind Ihre zukünftigen Ziele für die Abteilung?

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Spitzenversorgung und Spitzenforschung durch starke Fokussierung in diesen Bereichen. Gleichzeitig möchten wir allen unseren Teammitgliedern die Möglichkeit geben, sich zu den Besten unter den Besten zu entwickeln – wenn sie diesen Weg gehen möchten. Unser Ziel ist es, diese Exzellenz in allen Bereichen der Augenheilkunde zu erreichen. Was wir dafür brauchen, sind vor allem Ressourcen und Stellen. Wir kommen unseren Zielen Schritt für Schritt näher. Immer drei nach vorn und zwei zurück. Aber wir bleiben dran und sind stets motiviert für die nächsten drei Schritte nach vorn.

Die LOG hat sich in den letzten Jahren als eine der führenden Fortbildungsveranstaltungen in der österreichischen Augenheilkunde etabliert. Wie kamen Sie zur Idee eine solche Fortbildung zu veranstalten?

Ich habe die Veranstaltung von Prof. Priglinger übernommen und seine Idee weitergeführt. Die Lorbeeren gebühren also nicht mir. Inzwischen ist die Fortbildung jedoch doppelt so groß und immer zwei Monate im Voraus ausgebucht. Das gute Buffet allein dürfe es also nicht sein.

Wie sehen Ihre Visionen für die LOG aus?

Uns ist es wichtig, dass wir uns bei der LOG mit Themen beschäftigen, die für die Versorgung wirklich relevant sind. Zudem möchten wir über den Tellerrand hinausschauen und den Teilnehmer:innen eine gute Möglichkeit zum Socialzing bieten. Jedes Jahr setzen wir dafür einen neuen thematischen Schwerpunkt. Und auch Party. Das Feiern darf definitiv nicht zu kurz kommen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen und Schwierigkeiten für Augenärzt:innen in den nächsten Jahren?

Zu erkennen, dass Maria Theresias Gesundheitssystem, das wir heute immer noch zelebrieren, im Zeitalter der KI und einer demographischen Lawine neu gedacht werden darf. Genauso, wie es Maria Theresia und Joseph II. damals auch neu gedacht haben. Diesen Mut brauchen wir heute wieder.

Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die Zukunft aus?

Ich möchte stets neu gestalten – und niemals nur verwalten.

Vielen Dank für das Interview!

Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz

Kepler Universitätsklinikum, Linz
www.kepleruniklinikum.at

Foto: Volkmar Weilguni

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