
Aus diesem Grund habe ich im Augenzentrum Brigittenau einen Eingriffsraum mit einer Operationsliege, einer Operationsleuchte, einem ERBE VIO-Hochfrequenz-Chirurgiegerät für die bipolare Pinzette und einem Instrumententisch eingerichtet.
Die Vorbereitung
Nachdem sich Betroffene für eine Operation entschlossen haben, wird eine Aufklärung eine Woche vor der Operation durchgeführt. Hier wird der Gesundheitsstatus der Patient:innen überprüft und festgestellt, ob eine Operation in Lokalanästhesie möglich ist. Falls Unklarheiten entstehen, wird eine OP-Freigabe durch Hausärzt:innen oder Internist:innen verlangt. Eine etwaige blutverdünnende Therapie muss vor der OP zeitnah pausiert werden. Zudem werden Patient:innen über den Operationsvorgang und mögliche Komplikationen aufgeklärt. Wenn die Einwilligung erfolgt ist, wird der Termin bestätigt. Unsere Operationen werden ausschließlich in Lokalanästhesie gemeinsam mit einer OP-Schwester durchgeführt. Am Operationstag werden die Patient:innen von der OP-Schwester entgegengenommen. Sie erhalten vor der Operation Einmal-Mäntel und Einmalhauben und werden auf die Patientenliege gesetzt, damit die Ärztin beziehungsweise der Arzt die Vermessung durchführen kann. Diese wird mit Zirkel und Pinzette durchgeführt und die überschüssige Haut mit einem Skin Marker markiert. Danach werden die Patient:innen mit Novain 0,4 % Augentropfen eingetropft und auf der Patientenliege mit Gelpolster und Knierolle gelagert. Die Hautdesinfektion erfolgt mit Octenisept.
Der Eingriff
Für die Blepharoplastiken verwenden wir Einmal-OP-Sets, da diese optimal für den Eingriff zusammengestellt sind. In diesen befinden sich zwei sterile Mäntel, ein Lochabdecktuch, ein Klebestreifen, zwei 5 ml Spritzen mit subkutaner Nadel und einer Aufziehnadel, ein Einmalskalpell sowie 7,5 × 7,5 gelegte Kompressen. Ergänzt wird der sterile Tisch mit einer 6,0 Ethilon Naht, sterilen Handschuhen, einer bipolaren Pinzette mit Kabel und Steristrips zusammengestellt. Die Instrumente sind als Set zusammengefasst und inkludieren eine chirurgische Pinzette, einem Nadelhalter, einer gebogenen und geraden Schere und einer geraden Klemme. Diese werden nach der Operation von einer externen Firma sterilisiert und aufbereitet. Zur Lokalanästhesie verwenden wir eine Mischung aus Mepinaest purum 1 %, L-Adrenalin und Natriumbicarbonat. Während der Operation wird eine entspannende Musik gespielt, um Patient:innen eine angenehme Atmosphäre zu bieten.
Die Nachbehandlung
Nach dem Abschluss der OP wird ein Verband mit Steristrips und gelegten Kompressen angelegt. Die Kompressen, die als Druckverband gelten, werden am nächsten Tag von den Patient:innen selbstständig entfernt. Die Steristrips bleiben bis zur Nahtentfernung, die nach einer Woche in unserer Ordination erfolgt. Bei der Entlassung wird den Patient:innen ein Rezept mit einer Tobradex- oder Dexagenta-Augensalbe mitgegeben. Diese werden dreimal täglich angewendet, falls sich die Steristrips vor der Nahtentfernung lösen. Kurz nach der Operation können die Patient:innen bei gutem Allgemeinzustand die Ordination mit Begleitung verlassen. Ich freue mich persönlich sehr, diesen Eingriff anbieten zu können und hoffe somit, die Spitäler langfristig zu entlasten. Natürlich wäre es vorteilhaft, eine entsprechende Rückvergütung von den Krankenkassen zu erhalten, da sich viele Patient:innen diese Operation privat nicht leisten können. Falls Kolleginnen und Kollegen Interesse haben, ihre Privatpatient:innen bei uns zu operieren, kann man im Augenzentrum Brigittenau unter der Telefonnummer 01/3304397 anrufen und einen Termin buchen. Es wird nur eine Mietgebühr verrechnet und alle Utensilien werden vor Ort zur Verfügung gestellt.◗
