12.11.2025 | Forschung

Linz: Visionen für die Ophthalmologie

Die Linzer Universitätsaugenklinik hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur ein überregionales Zentrum für das gesamte Spektrum der klinischen Augenheilkunde zu werden, sondern auch durch die gezielte Förderung forschender Kolleg:innen international wettbewerbsfähige wissenschaftliche Schwerpunkte zu etablieren.

Am eindrücklichsten zeigt sich das klinische Wachstum der Abteilung in der stetigen Zunahme der ambulanten Konsultationen und der Operationszahlen (über 13.000 Operationen pro Jahr in zwei OPs ohne IVOMs, 47.500 ambulante Besuche). Darüber hinaus spiegelt sich die wissenschaftliche Entwicklung der Abteilung in der Zahl der jährlichen Publikationen wider, die innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht werden konnte. Mittlerweile liegt die Linzer Universitätsaugenklinik damit bereits gemeinsam mit der Grazer Uniklinik auf dem österreichweit zweiten Platz.

Motivierte Kolleg:innen

Getragen werden die positiven Entwicklungen von motivierten Kliniker:innen und Forschenden, die durch diverse Karriere-Modelle der Johannes Kepler Universität und der Kepler Universitätsklinik das notwendige Rüstzeug für ihre klinische Spezialisierung erhalten. Zudem können sie ihre Forschungstätigkeit auf diese Weise nachhaltig ausbauen. Da es letztlich die Menschen sind, die eine solche Entwicklung ermöglichen – und Behandlungs- sowie Publikationszahlen niemals das Ziel, sondern allenfalls ein angenehmer Nebeneffekt einer nachhaltigen Abteilungsentwicklung sind – wollen wir im Folgenden die einzelnen Teams der Abteilung genauer vorstellen.

Hornhaut- und Refraktivambulanz

Unter der Leitung von OA Prof. Priv.-Doz. Dr. Nino Hirnschall, PhD und OA Dr. Peter Laubichler sowie durch die chirurgische Expertise von OA Dr. Paul Jirak hat sich die Hornhautambulanz als überregionales Zentrum für die konservative beziehungsweise chirurgische Behandlung von Hornhauterkrankungen etabliert. Seit geraumer Zeit ist Ass. Dr. Leon Pomberger zur wichtigen Stütze des Teams in Klinik und Wissenschaft avanciert. OA Dr. Klemens Waser kehrt Anfang 2025 nach einem einjährigen refraktiven Fellowship in Deutschland wieder an die Abteilung zurück, um seine erworbene Expertise auch in diesem Team zu etablieren. Durch die am Standort befindliche Hornhautbank des Roten Kreuzes ist eine zuverlässige, rasche und qualitativ hochwertige Versorgung mit Spenderhornhäuten sichergestellt – ein Umstand, dessen Bedeutung im klinischen Alltag nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Konservative und chirurgische Netzhautambulanzen

Der Dienstag und Mittwoch stehen ganz im Zeichen von Netzhauterkrankungen. Unter der klinisch-wissenschaftlichen Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz haben OA Dr. Haidar Khalil und Dr. Markus Eidherr ein junges, motiviertes Team aufgebaut. Dieses bietet Patient:innen konservative und chirurgische Versorgung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Besonders stolz sind wir auf das Vertrauen, das uns Kolleg:innen aus ganz Österreich entgegenbringen – mit Zuweisungen von Vorarlberg bis zum Burgenland. Durch das Mitwirken von Ass. Dr. Jan Rothbächer, Ass. Dr. Clemens Thürridl sowie Ass. Dr. Konrad Dörfler wuchs das Netzhautteam in den letzten Jahren deutlich an. Bei besonders komplexen Fällen freut sich das Team, auf den Input von OA Dr. Josef Huemer zählen zu können, der durch seine Doppelfunktion am Kepler Universitätsklinikum und am Moorfields Eye Hospital Telemedizin wirklich lebt. Eine Doppelfunktion der anderen Art koordiniert Dr. Eidherr: Neben seiner Tätigkeit im Netzhautteam leitet er freitags die Uveitis- und Dystrophieambulanz und bietet dabei Diagnostik, Therapie sowie Beratung auf einem internationalen Niveau.

Glaukomambulanz

Unter der Leitung von OA Priv.-Doz. Dr. Clemens Strohmaier bietet die Glaukomambulanz modernste Diagnostik und Therapie für Glaukomerkrankungen. Präzise Befundung sowie maßgeschneiderte konservative und chirurgische Therapiekonzepte sind gelebte Praxis. Ebenso klinisch-wissenschaftlich im Glaukomteam tätig sind OÄ Priv.-Doz.in Dr.in Anna-Sophie Reisinger sowie Ass. Dr. Martin Kallab, PhD, Ass. Dr.in Sarah Hinterberger und Ass. Dr.in Cornelia Artmayr. Von klinischer Beobachtungsforschung und chirurgischen Outcomestudien, über translationale ex-vivo-Perfusionsmodelle bis hin zu fluoreszenzmikroskopie-basierter Grundlagenforschung entstanden in den letzten Jahren zahlreiche wissenschaftliche Betätigungsfelder. Sie ermöglichen in Österreich einzigartige therapeutische bench-to-bedside Ansätze, die sich zuletzt zu einer besonderen Spezialität des Teams entwickelten.

Neuroophthalmologie- und ­Strabismusambulanz sowie Kinder­ophthalmologie

Unter der fachlichen Verantwortung von OÄ Dr.in Elke Schmidbauer und geballter neuroophthalmologischer Kompetenz von FÄ Dr.in Sophie Schneider haben sich unter dem Mitwirken von Ass. Dr.in Henriett Schörkhuber Schielerkrankungen, Neuroophthalmologie sowie allgemeine Kinderophthalmologie als weitere Schwerpunkte der Universitätsaugenklinik etabliert. Gerade hier sind die enge berufsgruppen- sowie klinikübergreifende Zusammenarbeit mit der Orthoptik (Leitung: OT Ulrike Pichler, MSc) sowie der Universitätsklinik für Neurologie und der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Kepler Universitätsklinikum essenziell. Diese Kooperationen erweisen sich gerade bei komplexen Fällen als wichtig für eine qualitativ hochwertige Zentrumsmedizin.

Notfallambulanz

Für Frischverletzte, akute Sehstörungen sowie andere dringend zu behandelnde ophthalmologischen Erkrankungen bieten die kürzlich renovierten Ambulanzräumlichkeiten mit Diagnostikstraße, Multifunktionsuntersuchungszimmer sowie nahegelegenem Eingriffsraum ein optimales Umfeld zur raschen und effizienten Versorgung. Mit Leben gefüllt werden diese Räumlichkeiten von OA Dr. René Siska, FÄ Dr.in Miroslava Minarikova, Ass. Dr.in Olivia Murauer, Ass. Dr.in Marion Hauser, Ass. Dr. Klaus Straßmair sowie Ass. Dr. Gino Koro. Dr. Siska leitet ebenfalls die okuloplastische Spezialambulanz und bietet von der klassischen Blepharoplastik bis hin zur komplexen Lappenrekonstruktion nach Tumorexzision den Patient:innen am Kepler Universitätsklinikum ein breites Behandlungsspektrum. Wir hoffen, Sie haben durch diesen Bericht eine bessere Vorstellung von unserem Team und dem ­Leistungsspektrum unserer Abteilung erhalten.

Ass. Dr. Martin Kallab, PhD

Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz

Kepler Universitätsklinikum, Linz
www.kepleruniklinikum.at

Fotos: Privat, Volkmar Weilguni

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