13.12.2025 | Forschung

Wiederholbarkeit der Mikroperimetrie in Bereichen mit Verlust des retinalen Pigmentepithels und der Photorezeptoren bei geografischer Atrophie

Das zunehmende Interesse an der Mikroperimetrie (MP) als gezielter psychometrischer Testmethode bei geographischer Atrophie (GA) ist gerechtfertigt, da die Erkrankung häufig subklinisch oder extrafoveal auftritt.

In dieser Studie lieferten wir umfassende punktweise Referenzwerte zur Test-Retest-Wiederholbarkeit für die am häufigsten verwendeten MP-Geräte (CenterVue – iCare, MAIA und NIDEK MP3) und kombinieren diese mit gezielten Tests in Bereichen mit Verlust der Integrität des retinalen Pigment­epithels (RPE) sowie der Photorezeptoren (PR) bei GA-Patient:innen. Die gewonnenen punktweisen Sensitivitätswerte (PWS) wurden räumlich mit aufgenommenen Volumenscans der OCT korreliert.

Die Ergebnisse

Jeweils 900 Stimuli pro Gerät von 20 Proband:innen wurden eingeschlossen. Für MAIA (± 6,57) und MP3 (± 6,59) zeigte sich eine identische Varianz der Test-Retest-Werte der Gesamt-PWS. Ein Verlust der PR-Integrität war bei beiden Geräten mit einer höheren Test-Retest-Varianz assoziiert. Höhere Wiederholbarkeitskoeffizienten für Stimuli in Bereichen mit RPE-Verlust (±10,99 vs. ±5,34) oder hyperreflektiven Herden (±9,21 vs. ±6,25) wurden ausschließlich bei MP3-Untersuchungen festgestellt (P < 0,001 bzw. P = 0,01). Es zeigte sich eine exzellente Intrageräte-Korrelation (MAIA 0,94 [0,93–0,95]; MP3 0,94 [0,94–0,95]) sowie eine gute mittlere Intergeräte-Korrelation (0,84 [0,53–0,92]). Die Wahl des Geräts, die Reihenfolge der Durchführung oder das Vorhandensein/Nichtvorhandensein einer fovealen Schonung hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Fixationsstabilität.

Dr. Léonard Coulibaly

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
TUM Klinikum Rechts der Isar
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
Medizinischen Universität Wien

Foto: privat

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