29.03.2024 | Fortbildung

25. Salzburger Ophthalmologisches Symposium

Am Freitag, 31. März fand das 25. Salzburger Ophthalmologische Symposium (SOS) der Universitäts­klinik für Augenheilkunde und Optometrie Salzburg im Haus C Auditorium der Paracelsus Medizinische Universität (PMU) statt. Die ganztägige, gut besuchte Fortbildungsveranstaltung umfasste heuer spannende Vorträge von der Makula bis hin zum Glaukom und der Anwendung von Botox im Bereich der Augenheilkunde.


P
rim. Univ.-Prof. Dr. Herbert ­Reitsamer begrüßte die angereisten Teilnehmer:innen zu Beginn des Symposiums im Namen der gesamten ­Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Salzburg herzlich. Den ersten Vortrag des Tages hielt Univ.-Prof. Dr. Siegfried Priglinger aus München zum Thema „Macula – Gliosen, Foramina, Blutungen – Indikationsstellungen für die Operation“. Ao. Univ.-Prof.in Dr.in ­Martina Kralinger aus Innsbruck präsentierte im anschließenden Referat neue Substanzen aus der IVOM-Therapie. Vor Beginn des zweiten Fortbildungsblockes erfolgte eine erste Kaffeepause, die auch zu einem Besuch der anwesenden Industrieausstellung einlud.

Im Zeichen des Glaukoms

Den ersten Vortrag des zweiten Fortbildungsteils hielt Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger aus Graz zum Thema „Glaukom – wann Laser, wann Tropfen?“. Hier erklärte er, dass Glaukome eine Entität unterschiedlicher Veränderungen von ­Augengeweben darstellen, wobei allgemein zwischen primären und sekundären sowie Offenwinkel- beziehungsweise Winkelblockerkrankungen unterschieden wird. Alle Glaukome haben gemeinsam, dass sie unbehandelt zu Veränderungen der Struktur (z.B. der retinalen Ganglienzellen) und der Funktion (Gesichtsfeldausfälle bis zur Blindheit) des Auges führen können. Nach Festlegung eines Zieldruckbereiches abhängig von der Höhe des Augendrucks und des Glaukomstadiums wird unter dem Einverständnis von Betroffenen zu Beginn mit einer drucksenkende Therapie begonnen – als derzeit einzige Möglichkeit zur Stabilisierung der Erkrankung. Zur Verfügung stehen derzeit dafür zahlreiche Tropfen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen, verschiedene Laser (z.B. Trabekelwerk, Ziliarkörper, Iris) und Operationen (z.B. MIGS, fistulierende OPs, Shunts). Seit dem Jahr 2020 wird die Lasertherapie des Trabekelwerks neben den Tropfen als First-Line-Therapie eingestuft. Dies basiert auf Ergebnissen von prospektiven, kontrollierten Forschungsarbeiten. Das potenzielle Nebenwirkungsprofil (lokal und allgemein) von Augentropfen sowie die mangelhafte Therapietreue relativieren die vorhandenen Vorteile der Tropftherapie oft stark. Deshalb spricht kaum etwas gegen eine primäre Lasertherapie bei einem offenen Kammerwinkel. Eine Therapie mit Argon-Laser ist nachweislich mit mehr Nebenwirkungen verbunden als eine mit dem Frequency-doubled Nd:YAG laser (selektive Lasertrabekuloplastik) – bei vergleichbarem Wirkungsprofil. Nebenwirkungen nach einer SLT sind ein vorübergehender Druckanstieg und eine vordere Uveitis, wobei die mehrfache und effiziente Wiederholbarkeit der SLT einen Behandlungsvorteil darstellen. In der nahen Zukunft könnte die SLT daher zur Primärtherapie aufsteigen – außer Betroffene sind dagegen – mit einer jährlichen Wiederholung der Behandlung und bei Bedarf einer Ergänzung mit konservierungsfreien Augentropfen (möglichst nur 1 Fläschchen) oder slow-release Applikationen. Im Falle einer Progression kann daraufhin die MIGS und in seltenen Fällen eine fistulierende Operation oder ein Shunt eine zufriedenstellende Lösung für Patient:innen darstellen. Im darauffolgenden Vortrag von Prof. Dr. Anselm Jünemann aus Erlangen wurde den Teilnehmer:innen neue, operativen Verfahren in der Glaukomtherapie nach State of the Art nähergebracht. Danach konnten die Besucher:innen bei einem gemeinsamen Mittagessen in gemütlicher Atmosphäre die ersten beiden Fortbildungsblöcke intensiv diskutierten.

Der Nachmittag

Der Nachmittag der 25. SOS begann mit einer Expertenrunde zum Thema digitale Medizin und ihrem Einfluss auf die Patient:innenversorgung der Zukunft. Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Reitsamer, Alexander Kollmann und Univ.-Prof. Dr. Siegfried Priglinger diskutierten hier mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf die zukünftige Ophtalmologie. Das anschließende Referat hielt Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Schmidinger aus Wien zum Thema „Keratokonus – state of the art Therapie“. Im Bereich der Hornhautdiagnostik und Hornhautchirurgie haben in den letzten zehn Jahren viele neue Methoden Einzug gehalten, wobei einige davon mittlerweile auch in der Routine etabliert sind. Beispielsweise sind direkte Messungen der biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut heute im klinischen Alltag angekommen. Im Bereich der Behandlung wird zwischen einer kausalen Therapie (Stabilisierung des Keratokonus) und einer rehabilitierenden Therapie (Refraktionskorrektur) unterschieden. Bei der kausalen Therapie ist das Corneal-Crosslinking (CXL) heute für die Therapie des progressiven Keratokonus der Goldstandard und CXL-Operationsprotokolle werden häufig individuell auf Patient:innen abgestimmt. Im Bereich der refraktiven Sanierung stellt die formstabile Kontaktlinse weiterhin das Rückgrat der Behandlung dar, aber auch chirurgische Eingriffe können in bestimmten Fällen eine Alternative sein. Die Frequenz an notwendigen Hornhaut-Transplantationen hat seit der Einführung des CXL stark abgenommen. Mit der Etablierung der DALK-Technik und der Möglichkeit, hohe postoperative Astigmatismen chirurgisch zu beheben, könnten auch für fortgeschrittene Fälle deutliche Verbesserungen in der Versorgung erzielt werden. Den Abschluss der SOS 2023 machte Univ.-Prof. Dr. Andreas Kuchar aus Innsbruck mit seinem Vortrag zum Thema ­„Botox – nur für die Kosmetik“.

Die Sponsoren

Die 25. SOS wurde von zahlreichen ­Firmen tatkräftig unterstützt. Unter anderem machten in alphabetischer Reihenfolge die Firmen AbbVie, Adbos, AGEPHA ­Pharma, André Augen, Apellis, ASKIN & CO, Bausch & Lomb, HOYA, HYLO, Johnson & Johnson, Lenus Pharma, Neumed, Roche, Santen, Thea und Zeiss eine reibungslose Durchführung des heurigen Salzburger Ophthalmologisches Symposiums möglich. ◗

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