13.12.2025 | Optik

Orthoptik mit Weitblick 2025: Jubiläumstagung „Eyes on Surgery“ in Linz

Unter dem Motto „Eyes on Surgery“ fand am 10. und 11. Oktober 2025 an ­der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) die diesjährige Fachtagung von orthoptik austria statt. Der Kongress wurde heuer in Kooperation mit der Klinik für Augenheilkunde des Kepler Universitätsklinikums Linz organisiert und stand ganz im Zeichen der Augenmuskelchirurgie.


Zu den insgesamt 362 Teilnehmenden zählten neben Orthoptist:innen auch 42 Augenärzt:innen und erstmals ebenfalls Optiker:innen. Die Veranstaltung bildete zugleich den Höhepunkt des 50-jährigen Jubiläums des Berufsverbandes der Orthoptistinnen und Orthoptisten Österreichs. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu bündeln, den interdisziplinären Austausch zu fördern und die Rolle der Orthoptik als unverzichtbaren Teil des Eye-Care-Teams zu betonen.

Vielfältige Themen

Das zweitägige Programm bot ein breites Themenspektrum: Neue Methoden der Schielchirurgie, OP-Vorbereitung, psychosoziale Aspekte, Kopfzwangshaltungen und Komplikationsmanagement wurden ebenso beleuchtet wie Entwicklungen in der Katarakt-, Glaukom-, Hornhaut-, Lid- und refraktiven Chirurgie. Hochkarätige Referent:innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz teilten ihr Wissen und boten zudem praxisrelevante Einblicke in Forschung sowie klinische Anwendung. „Die Orthoptik spielt als Teil des Eye-­Care-Teams eine zentrale Rolle in der Vorbereitung, Beratung und Nachbetreuung augen- und schielchirurgischer Eingriffe. Mit dieser Tagung wollen wir aktuelle Entwicklungen sichtbar machen und den interdisziplinären Austausch fördern“, betonten Ulrike Pichler, MSc MHPE (wissenschaftliche Leitung) und Ulrike Weissenböck (Vizepräsidentin) im Rahmen der Eröffnung.

Klinische Fälle

Ein besonderes Highlight bildeten am ­ersten Kongresstag die beliebten „Operativen Schmankerl-Fälle“, bei denen erfahrene Kolleg:innen komplexe klinische Situationen vorstellten und zur gemeinsamen Diskussion einluden. Der zweite Tag bot unter anderem Updates zur Hornhaut- und Glaukomchirurgie, zur Lid- und Tränenwegs­chirurgie im Kindesalter, zum Einsatz von Botulinumtoxin in der Strabologie sowie Erfahrungsberichte zu endokriner Orbitopathie.

Poster Award

Begleitet wurde die wissenschaftliche Tagung von einer Poster- und Industrieausstellung, in deren Rahmen der Mediconsult Poster Award verliehen wurde. Den ersten Platz belegte Emily Toller, BSs, Absolventin der FH Salzburg, mit ihrem Poster zum Thema „Strabismus & Motorik – wie beeinflusst Strabismus die motorische Entwicklung?“. Den gesellschaftlichen Abschluss bildete das Get-together anlässlich des Jubiläums, das bei angeregtem Austausch und kollegialer Atmosphäre einen würdigen Ausklang fand. Mit insgesamt 14 MTD-CPD-Punkten und 17 DFP-Punkten erwies sich die Veranstaltung erneut als wichtiger Fixpunkt im österreichischen Fortbildungskalender – fachlich fundiert, interdisziplinär vernetzt und zukunftsorientiert. orthoptik austria bedankt sich bei Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz, dem Team des Kepler-Universitätsklinikums und den Sponsoren, besonders bei den Goldsponsoren Mediconsult, Videbis und Oertli.

Jubiläum: 50 Jahre orthoptik austria

Zu Beginn der Tagung fand der Festakt zum 50-jährigen Jubiläum von orthoptik austria statt. Wir durften dazu acht ehemalige Präsidentinnen von orthoptik austria als Ehrengäste begrüßen: Elisabeth­ Hirmann, MBA, Christine Scharinger, MBA, Regine Krones, Brigitte Gsellmann, Michaela Sieger, MSc, Elisabeth Schandl, Mag.a Romana Weidinger und Sabine ­Koinig. ­Mieke de Graaf und Irmtraut Hehn konnten leider nicht teilnehmen.

Aus Deutschland kam Judith Weis, die stellvertretende Vorsitzende des BOD (Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V.), und aus Südtirol Karin Waldhauser, die Präsidentin des Berufsverbandes. Weiters gratulierten Katharina Wagner, MSc, Präsidentin von biomed austria, sowie Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie am Kepleruniklinikum Linz.

Josefine Attwenger, eine der ersten Orthoptistinnen Österreichs, gründete 1975 den Verband der Orthoptistinnen Österreichs (VdOÖ). Ihre Pionierarbeit für den Berufsstand der Orthoptistin in Österreich war wegweisend. Sie etablierte 1964 die erste Schule für den orthoptischen Dienst in Salzburg und setzte sich maßgeblich für die staatliche Anerkennung des Berufs der Orthoptistin ein, die im Oktober 1970 erfolgte. Josefine Attwenger ist am 16. August 2025 im Alter von 91 Jahren verstorben.

Josefine Attwenger

Eine Geburtstagsrede von Dr.in Hildegard Gruber, Augenfachärztin und Orthoptistin, sowie eine Videobotschaft von Mag.a ­Gabriele Jaksch, Präsidentin von mtd austria, rundeten das Programm ab.

Neuwahlen bei orthoptik austria

Im Rahmen der Generalversammlung an der JKU Linz kam es zu Neuwahlen im Vorstand des Berufsverbandes.

Sabine Koinig, die das Amt der Präsidentin mit großem Engagement, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein ausgeübt hat, legte ihre Funktion zurück. Sie war in ihrer Amtszeit ehrenamtlich tätig – ohne Sitzungsgelder oder Fahrtkosten – und prägte die Arbeit des Verbandes durch unermüdlichen Einsatz, zahlreiche Stellungnahmen, enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen sowie ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitglieder.

Der Verband dankt Sabine Koinig herzlich für ihr außergewöhnliches Engagement und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute.

Neu gewählt wurden zwei zentrale Funktionen:

Sofie Rosam-Larsen, BSc wurde mit großer Mehrheit zur Präsidentin gewählt.

Daniela Steiner, BSc übernimmt das Amt der 2. Vizepräsidentin.

Beide Kolleginnen wurden von den Mitgliedern mit überwältigender Zustimmung bestätigt. orthoptik austria gratuliert herzlich und freut sich auf eine inspirierende Zusammenarbeit, neue Impulse und viele frische Ideen für die Weiterentwicklung des Berufsstandes. Gemeinsam mit Vizepräsidentin Ulrike Weissenböck und Finanzreferentin Waltraud Huber werden sie zukünftig den Verband führen.

Lauris Fritsch, BSc MA

orthoptik austria
Verband der Orthoptist:innen Österreichs
presse@orthoptik.at

Foto: privat

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