30.08.2025 | Veranstaltungen

Podiumsdiskussion: Auswirkungen der KI

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert zunehmend den medizinischen Alltag und macht auch vor der Augenheilkunde nicht Halt. Von automatisierten Diagnosesystemen bis hin zur Bildanalyse in der Netzhautdiagnostik: KI bietet neue Chancen, wirft aber auch wichtige Fragen zur ärztlichen Rolle, Verantwortung und Patient:innensicherheit auf. In der diesjährigen Podiumsdiskussion der ÖOG-Tagung drehte sich deshalb alles um das Thema „Auswirkungen der KI auf uns Augenärzt:innen“.


Die Diskussion wurde von Univ.-Prof. Dr. Oliver Findl (Vorstand der Augenabteilung Hanusch Krankenhaus) moderiert. Die Teilnehmer:innen der Gesprächsrunde waren Rechtsanwältin Dr.in MMag.a Susanne Binder-Novak, Ap. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Bianca Gerendas, PhD, MSc (MedUni Wien), Univ.-Prof. Dr. Matus Rehak (Vorstand Universitäts-Augenklinik Innsbruck), ÖOG Präsidentin MRin Dr.in Gabriela Seher und Dr. Markus Vogel, MBA (Microsoft Deutschland, Österreich und Schweiz). Da Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Leopold Schmetterer zur ÖOG-Tagung leider verhindert war, lieferte er in einem vor aufgenommenen Videobeitrag ein Impulsreferat zum Thema KI in der Augenheilkunde. Hier erklärte der Vortragende etwa, dass der Einsatz von KI im Bereich der Ophthalmologie ein Einsparungspotential von ca. 25–30 % mit sich bringt. Zusätzlich kann mithilfe von KI-Diensten eine Verbesserung der Dokumentation und eine Überwachung der globalen Gesundheit erreicht werden. Es gilt jedoch zu bedenken, dass auch KI nicht unfehlbar ist und daher auch zukünftig die Diagnosestellung und die Therapieentscheidungen ausschließlich von den betreuenden Ärzt:innen getroffen werden sollten. KI kann beispielsweise als unterstützendes Instrument bei der Diagnose und bei Therapieentscheidungen eingesetzt werden.

Rechtliche Aspekte von KI

Dr.in MMag.a Susanne Binder-Novak hielt als praktizierende Rechtsanwältin im Bereich des Medizinrechts einen Vortrag zum Titel „Tücken der KI in rechtlicher Hinsicht“. Ein zentrales Problem beim Einsatz von KI ist oftmals die Datensicherheit, da selbst gut geschützte Systeme potenziell angreifbar sind. Häufig mangelt es bei der Anwendung auch an der Nachvollziehbarkeit der von der Software erzeugten Ergebnisse. Laut der Vortragenden ist es essenziell, dass Mitarbeiter:innen, die KI-gestützte Untersuchungen in der klinischen Praxis durchführen, umfassend geschult werden – andernfalls könnte dies haftungsrechtliche Konsequenzen für die behandelnden Ärzt:innen nach sich ziehen. Dr. Markus Vogel, Direktor Business Strategie von Microsoft, hielt im Zuge der Podiumsdiskussion ein Referat zum Thema „KI in der Medizin verfügbar machen“. Der Vortragende erläuterte hier, wie Microsoft in den kommenden Jahren durch den Einsatz von Cloud-Diensten und spezieller Software bestrebt ist, medizinische Daten zu erfassen und deren Zugänglichkeit zu verbessern.◗

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